Computerspiele vermitteln bereits Kindern die Sammelleidenschaft
Der kleine Tim spielte leidenschaftlich gerne World of Warcraft. Sein Krieger
war bereits voll aufgesuft. Nun war Tim nur noch darauf aus, sich seltene Rüstungsteile zu sichern. Seine
Sammelleidenschaft kannte dabei keine Grenzen und er hatte sich bereits eine stolze Sammlung erworben, mit der sich
eine gesamte orkische Horde hätte eindecken können. Doch fehlte ihm immer noch der Vulkanpanzerglas
Helm.
Tim hatte sich bereits mit seinem Krieger (Nicname: Beowulf 13) durch
sämtliche Regionen gemetzelt, in denen eine Chance bestand, dass ein Monster einen solchen Helm fallen lies. Doch
er hatte einfach kein Glück. Zwischenzeitlich hatte er schon daran gedacht, einige chinesische Berufsspieler
anzuheuern, die für ihn den Helm suchen sollten, doch Tim entschied sich letztlich doch dagegen. Schließlich wollte
der Sammler in ihm dies aus eigener Kraft schaffen und zweitens lieferte die Suche nach dem Helm eine willkommen
Ausrede, die er seinen Eltern mit auf den Weg zur Zimmertür geben konnte, wenn die ihn fragten, warum er denn immer
noch davor sitze.
Tim hatte sich bereits ein Album angelegt, in das er sein gesamtes Rüstzeug und alle Artefakte, die er bereits gefunden
hatte, eintrug. So war es ihm möglich auch offline seine Sammlung zu verwalten. Zwar war dieses Album
ursprünglich als Euroalbum geplant gewesen, um die Sammlung internationaler Euro Münzen dort unterzubringen.
Doch dieser Verwendungszweck hatte sich erledigt, seit Tim in die Welt von World of Warcraft abgetaucht war. Er
hatte zwar vorher schon einige Onlinespiele gespielt, doch keines hatte ihn so in den Bann gezogen, wie es nun
World of Warcraft tat. Die anderen Kinder in der Klasse beneideten Tim schon für seinen hochstufigen Beowulf 13.
Doch wollte sich Tim deswegen nicht zur Ruhe setzen – im Gegenteil! Das Sammeln wurde nun zu seiner
Hauptmotivation im Spiel. Als Prunkstück fehlte nun nur noch der Vulkanpanzerglas Helm, um endgültig
unsterblichen Ruhm zu erlangen. Ihn endlich zu erhalten, war eines der wichtigsten Ziele, die Tim hatte.
Manchmal spielte er solange auf der Suche nach dem Helm, dass er schon Sterne sah. Wie wild ließ er via Skype
seine Beziehungen spielen, um jeden seiner Mitspieler wissen zu lassen, dass er ingame jeden Preis zahlen würde,
um den Helm in den virtuellen Händen halten zu dürfen.
Als er ihn endlich fand (er hatte bis dorthin neun Stunden durchgespielt),
offenbarte jedoch leider auch sein Computer eine Sammelleidenschaft- er stürzte ab. Im Laufe der Zeit hatten sich
beachtliche Mengen an Datenmüll angesammelt.
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